Wenn von Pellets die Rede ist, denkt man meist zuerst an den Brennstoff aus Holzverarbeitungsabfällen. Dieses Material, das durch Trocknen und Verpressen von Sägemehl gewonnen wird, ist bekannt für seinen hohen Heizwert (bei guter Qualität), geringe Emissionen und eine gute Umweltbilanz.
Holzpellets sind jedoch nicht die einzige Option im Bereich der Biokraftstoffe. Es gibt nämlich verschiedene Rohstoffe, die in brennbare Biomasse umgewandelt werden können – darunter sticht besonders der Oliventrester hervor.
Was ist Oliventrester?
Oliventrester (auf Italienisch „sansa“) ist ein Rückstand, der bei der Olivenpressung zur Ölherstellung entsteht. Dieses Nebenprodukt besteht aus Schalen, Fruchtfleisch und Kernfragmenten. Während Trester früher als zu entsorgender Abfall galt, ist er heute sowohl für die industrielle als auch für die private Nutzung eine wertvolle Ressource.
Durch spezielle Verfahren zur Extraktion des Restöls hat man festgestellt, dass erschöpfter Oliventrester einen durchschnittlichen Feuchtigkeitsgehalt von etwa 12 % aufweist – eine Eigenschaft, die ihn ideal für die Pelletierung macht. Diese Erkenntnis hat neue Möglichkeiten im Biokraftstoffsektor eröffnet und die Verbreitung von Oliventrester-Pellets gefördert.
Die Herstellung von Tresterpellets erfolgt in drei Hauptschritten:
- Pelletierung: Eine spezielle Maschine, die Pelletpresse, verdichtet das Material und presst es durch eine Matrize, wodurch die typische zylindrische Form entsteht. Die endgültige Länge wird durch das Abschneiden des verarbeiteten Produkts bestimmt.
- Kühlung: Durch die mechanische Kompression erreichen die frisch gepressten Pellets hohe Temperaturen. Um die Festigkeit des Materials zu gewährleisten, nutzen viele Anlagen automatische Kühlungssysteme.
- Verpackung: Nach dem Abkühlen werden die Pellets in Säcke zu 15 kg, 20 kg oder 25 kg verpackt und sind bereit für den Vertrieb.
So lagert man Tresterpellets richtig
Um die energetischen Eigenschaften von Tresterpellets zu erhalten, ist die korrekte Lagerung entscheidend. Die Säcke sollten in trockenen, gut belüfteten Räumen aufbewahrt werden. Der direkte Kontakt mit dem Boden sollte vermieden werden, um das Einziehen von Feuchtigkeit zu verhindern, was die Heizleistung beeinträchtigen könnte.
Einsatzbereiche und Vorteile von Oliventrester-Pellets
Oliventrester-Pellets zeichnen sich durch ihre Vielseitigkeit aus. Sie können in großen Industrieanlagen, Kraftwerken und Zementwerken eingesetzt werden, aber auch in privaten Heizkesseln, Trestertauglichen Pelletöfen und Kombinationsheizsystemen. In Bezug auf den Heizwert bieten sie eine ähnliche Leistung wie traditionelle Holzpellets.
Einer der Hauptvorteile von Tresterpellets liegt im günstigen Preis. Da es sich um einen saisonalen Biokraftstoff handelt, ist der Preis während der Olivenernte zwischen Oktober und Januar besonders attraktiv. Aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit empfiehlt es sich jedoch, den Vorrat frühzeitig zu kaufen, um Preissteigerungen außerhalb der Saison zu vermeiden.
Rechtliche und normatieve Aspekte
Es ist wichtig zu beachten, dass Pellets, die ausschließlich aus Oliventrester bestehen, aufgrund spezifischer Werte bei Stickstoff, Kupfer und der mechanischen Festigkeit nicht unter die europäische Norm EN ISO 17225-6 fallen. Aus diesem Grund enthalten im Handel erhältliche Tresterpellets meist eine Mischung aus Oliventrester und anderen pflanzlichen Rückständen aus dem Baumschnitt.
Welche Pellets soll man wählen?
Nachdem Sie nun die Eigenschaften von Oliventrester-Pellets kennen, können Sie beurteilen, welche Lösung am besten zu Ihren Heizanforderungen passt – als Alternative zu klassischen Holzpellets oder zu Sonnenblumenpellets. Die Entscheidung für einen günstigen und nachhaltigen Biokraftstoff wie Oliventrester kann eine kluge Wahl sein, um die Energiekosten zu senken, ohne auf effiziente Wärme zu verzichten.“`